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Erinnerungskultur: Wie Erinnern uns Würde verleiht

Als Ira mit neun Jahren nach Deutschland kam, stellte sie fest, dass sie ganz andere Erinnerungen aus ihrer Kindheit hatte als ihre neuen Mitschüler: Sie kannten „Nu Pagadi“, die sowjetische Version von „Tom & Jerry“, sie wiederum das Sandmännchen nicht. Edwin holte solche fehlenden gemeinsamen Erinnerungen mit Gleichaltrigen schnell nach, als er 1994 aus Kasachstan nach Deutschland kam. Schnell legte er sich einen Lieblingsfußballverein zu und spann sich lang zurückliegende Verstrickungen in der Serie „Gute Zeiten, schlechte Zeiten“ selbst zusammen, um auf dem Schulhof mitreden zu können. Warum ein solches gemeinsames Erinnern wichtig ist, wiese kollektive Erinnerungen bei Russlanddeutschen besonders problematisch sind und was das Wissen um die Vergangenheit mit unserer Würde und Integration zu tun haben – darüber sprechen Ira Peter und Edwin Warkentin in dieser Folge mit Kornelius Ens, dem Direktor des Museums für russlanddeutsche Kulturgeschichte.

Om Podcasten

Der Podcast über Aussiedler für Menschen mit und ohne Migrationskoffer voller Geschichten. Aufgewachsen in einem sozialistischen System, Auswanderung und Neuanfang – solche und viele andere Erfahrungen einen Aussiedler aus postsozialistischen Staaten, die heute in Deutschland leben. Der neue Podcast „Steppenkinder“ will das Spezifische der Russlanddeutschen als eine Gruppe der Aussiedler sichtbar machen. Gleichzeitig geht es den Machern Ira Peter und Edwin Warkentin darum, einer breiten Öffentlichkeit Wissen zu universellen Themen wie Identität, Erinnerungskultur, Migrations- oder Integrationserfahrung zu vermitteln. Dafür sprechen sie mit Interviewgästen aus Wissenschaft, Kultur, Politik und Wirtschaft. Ira Peter ist Medien- und Kulturschaffende, Edwin Warkentin Kulturreferent für Russlanddeutsche. Sie gehören zur „mitgebrachten Generation“ der Russlanddeutschen, die im Kindes- und Jugendalter mit ihren Familien aus der ehemaligen Sowjetunion nach Deutschland einwanderten. Weil beide zudem wie ein Großteil der (Spät-)Aussiedler aus der kasachischen Steppe stammen, nennen sie ihren Podcast „Steppenkinder“. Alle drei Wochen gibt es eine neue Folge. Ein Projekt des Kulturreferats für Russlanddeutsche am Museum für russlanddeutsche Kulturgeschichte in Detmold, gefördert durch die Bundesbeauftragte für Kultur und Medien. www.russlanddeutsche.de www.instagram.de/steppenkinder